Immobilienkauf in der Türkei


Da sich der Ablauf beim Kauf einer Immobilie in der Türkei wesentlich von dem in Deutschland unterscheidet, fassen wir nachstehend das Wichtigste für Sie zusammen:


Eine Immobilie kann ausschließlich im „Tapuamt“, dem Grundbuchamt, den Besitzer wechseln. Die Anwesenheit eines Anwalts oder Notars ist nicht zwingend vorgeschrieben, da diese ohnehin keinerlei Befugnisse zu Grundbucheintragungen haben. Ist der ausländische Käufer beim offiziellen Termin zum Eintrag in das Tapu-Register (Grundbuch) persönlich anwesend, schreibt das Gesetz auch die Anwesenheit eines vereidigten Dolmetschers vor. Er erklärt nochmals genau den Inhalt der Urkunde und vergewissert sich, dass alles verstanden wurde.


Neben dem „Tapu“ muss unbedingt ein „Iskan“ vorliegen, das ist eine Genehmigung seitens der Gemeinde, die Immobilie überhaupt nutzen zu können. Unter anderem benötigt man ein Iskan auch für die Beantragung von Strom und Wasser. Wird eine Immobilie ohne Iskan genutzt (z.B. eine noch nicht ganz fertiggestellte Immobilie), erhält man nur in unregelmäßigen Abständen Strom- und Wasserrechnungen. Die Kosten sind aber erheblich höher, weil davon ausgegangen wird, dass der Strom- und Wasserverbrauch in der Bauphase höher ist, als bei einer normalen Nutzung.


Für die nötigen Anmeldungen bei Behörden und Institutionen ist einige Zeit und Sachkenntnis nötig. Im Wesentlichen geht es dabei um folgendes:


     -   Beantragung einer Steuernummer beim Finanzamt

     -   Antrag auf Eigentumsüberschreibung beim Tapuamt

     -   Beantragung der Genehmigung bei der Präfektur

     -   Eintragung ins Grundbuch auf den Namen der/s Käufer/s

     -   Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung

     -   Anmeldungen für Strom und Wasser

     -   Kontoeröffnung bei einer Bank (nicht zwingend nötig aber praktischer)


Die Anmeldungen müssen entweder im Beisein des Käufers oder durch eine natürliche oder juristische Person vorgenommen werden, die eine notarielle Vollmacht hat. In der Regel kann man der Immobilienfirma eine solche Vollmacht erteilen, damit alles reibungslos und ohne zusätzliche Kosten in die Wege geleitet werden kann. Der Käufer kann aber auch einen Juristen oder eine Vertrauensperson mit diesen Angelegenheiten beauftragen und bevollmächtigen.


Den persönlichen Lebensumständen und Wünschen der Käufer entsprechend, kommen später noch dazu:


     -   Telefonanmeldung und Internetzugang

     -   TV / SAT

     -   Verwaltung und Vermietung der Immobilie

     -   Antrag auf verlängerte Aufenthaltsgenehmigung

     -   Autozulassung etc.


Kaufnebenkosten in der Türkei


-   Genehmigung durch die Präfektur 250 €

-   Bei Neubauten Wohnberechtigungsschein (Iskan) - abhängig vom Objektwert - ab 250 €

-   Notar (falls gewünscht) und der vorgeschriebene Übersetzer 100 € bis 250 €

-   Eigentumsumschreibung auf dem Tapuamt 250 €

-   Jurist bzw. Rechtsanwalt 2% (Anfangsprozentsatz für Objekte von 50.000 €, bei  steigendem Immobilienwert sinkt der Prozentsatz)

-   Immobilienerwerbsteuer 1,5 %, fällig bei der Grundbucheintragung.

   

Nach der Umschreibung der Grundbucheintragung auf den Namen des Käufers entstehen noch weitere Kosten von insgesamt ca. 250 € bis 300 € für die Überschreibung von Strom, Wasser und für eine jährliche Versicherung.


Beim Erwerb einer Immobilie im Wert von 60.000 € fallen Kosten in Höhe von etwa 2.600 € an, was ca. 4,4 % entspricht.

Die jährliche Grundsteuer liegt z.Zt. bei etwa 0,1 bis 0,4 % des aktuellen Wertes. Die Maklercourtage beträgt 3 % bis 5 %.

IMMOBILIENKAUF  –  TÜRKEI

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